In der keltischen Epoche heißt der Ort Condate (Zusammenfluss), da hier Aveyron und Bonette zusammenfließen.
Das beginnende Christentum bringt den Prediger Antonin ins Nobilis Vallis, um die Ruthenen zu christianisieren. Er wurde in Pamiers getötet. Der Legende zufolge kehrte seine sterbliche Hülle in einer Barke, die von zwei weißen Adlern gezogen wurde, nach Condate zurück. Es wurde eine Benediktinerabtei gegründet, deren Gebäude aber gänzlich verschwunden sind.
8. bis 12. Jahrhundert
Die Stadt wird von Vicomtes regiert. Sie gewähren der Stadt eine Verfassung, worin Rechte und Gebräuche festgeschrieben werden (1140-1144) Es ist eine der ersten Verfassungen, die in Frankreich unter feudaler Herrschaft gewährt wird.
Der Handel mit Wein, Safran und Trockenpflaumen „boomt“. Metzgereien, Gerbereien, Wollwebereien erleben ihre Blütezeit. Es entsteht eine Gemeinschaft von Händlern und Bürgern. Zeugen dieser Entwicklung sind große Häuser aus Naturstein mit ihren typischen steinernen Fensterkreuzen und das „romanische Haus“. „La Maison Vicomtale“ (1125), ist eines der ältesten und schönsten Beispiele der romanischen Architektur in Frankreich.
13. und 14. Jahrhundert
Der Handel mit fernen Ländern bringt auch neue Ideen. Auf diese Weise kommt die katharische Lehre aus dem Osten Europas in den Südwesten Frankreichs. Der Papst und der König von Frankreich beginnen einen Kreuzzug gegen die Katharen. (Albigenser Kreuzzug) 1212 belagern die Kreuzfahrer, angeführt von Simon de Montfort, Saint Antonin. Die Stadt und die Abtei werden zum Teil zerstört. Simon de Montfort wird Machthaber über die Stadt. Er wird 1218, während der Belagerung von Toulouse, getötet. Sein Sohn Amaury und sein Bruder Guy de Montfort erben Saint Antonin. 1226 überlassen sie die Stadt dem König von Frankreich, Ludwig dem Achten. Dieser nimmt das Angebot an und im Jahr darauf nimmt Ludwig der Neunte (der Heilige Ludwig) Saint Antonin unter seinen Schutz. Die Stadt wird „Königliche Stadt“ und erreicht hiermit ihren Höhepunkt. Der Handel mit Deutschland, Italien, England und den Niederlanden blüht. Anfang des 13.Jahrhunderts sind die Vicomtes ruiniert und verlieren ihre Macht,. Ihr Platz wird von Konsuln eingenommen, die für ein Jahr aus dem Kreis einflussreicher Familien gewählt werden.
Der Hundertjährige Krieg bringt viel Leid über St. Antonin. Die Lehnsherren wechseln. Die Stadt wird wiederholt von den Engländern besetzt: 1344, danach 1351. 1352. Nach zweijähriger Belagerung nimmt der König von Frankreich 1354 die Stadt wieder ein In der Zeit von 1360 bis 1369 (Vertrag von Brétigny) wird die St. Antonin wiederum von den Engländern gehalten. Der Krieg mit seinen verheerenden Schäden, der Untergang der großen Unternehmen und die schwarze Pest, verursachen großes Elend. Es dauert bis zum Ende des 14.Jahrhunderts bis die Stadt sich erholt.
15. und 16.Jahrhundert
Es bricht eine neue Periode von Wohlstand an. Imposante Kaufmannshäuser in den Geschäftsvierteln sowie einfachere Fachwerkhäuser in den Handwerkervierteln sind dafür Stein gewordene Zeugen. Innerhalb der Stadtmauern zählt die Stadt fast 6000 Einwohner. Aber jetzt brechen die Religionskriege aus. Saint Antonin wendet sich der protestantische Lehre zu. 1562, nach einem verbissenen Kampf, werden die Papisten aus der Stadt gejagt. St. Antonin erklärt sich zur „Protestantischen Republik“. Die Kämpfe sind erbarmungslos, Abtei und Kirchen werden zerstört. Die Stadt verstärkt ihre Stadtmauern. 1622 belagert Ludwig der Dreizehnte Saint Antonin, erobert die Stadt und lässt die Festung schleifen. Die Katholiken kehren zurück und die zwei Kirchengemeinden leben bis zur „Aufhebung des Edikts von Nantes“ (1685) mehr schlecht als recht zusammen. Die Verfolgung und die Inquisition zwingen die Protestanten entweder abzuschwören oder zu flüchten. Die „heroische“ Zeit ist für Saint Antonin zu Ende. Die Stadt wird wieder vom König von Frankreich regiert. Es ist das Ende der seit dem 13.Jahrhundert angestammten Privilegien. Der allmähliche Verfall des wirtschaftlichen und politischen Lebens setzt ein.
Im 18. und 19. Jahrhundert können auch schöne religiöse und profane Bauwerke, wie das Kloster oder die Herrenhäuser, den Niedergang der Stadt nicht verheimlichen. Mit der Eröffnung einer Eisenbahnlinie (1856) und der Errichtung eines Thermalbades (1924) hofft man auf den wirtschaftlichen Aufschwung. Jedoch das Hochwasser 1930 macht alle Hoffnungen zunichte. 1956 erfolgt die Stilllegung der Eisenbahnverbindung.